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Weihnachten ist für alle da

Wie in den vergangenen Jahren hat der Ökumenische Arbeitskreis Eberstadt auch in diesem Jahr eingeladen zum Feiern am Samstag vor dem 3. Advent auf drei öffentlichen Plätzen. Um 16 Uhr war es noch hell und der Platz bot wenig weihnachtliche Stimmung, doch um 17 Uhr auf dem Markplatz mit dem großen Tannenbaum voller Lichter und etlichen Kindern, fühlte es sich schon viel weihnächtlicher an. Aber ist es das, worauf es an Weihnachten ankommt? Vielleicht hat die Kurzbotschaft nach der Weihnachtsgeschichte aus Lukas 2 geholfen?

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Wären wir ohne Kirche besser dran?

In 15 Minuten ist keine volle Abhandlung über „die Kirche“ möglich.
Darum eine Mini-Skizze – Kirche ist

  1. Ein Gebäude, in das Christen Sonntags gehen können, davon gibt es Tausende
  2. Eine Organisation, zu der Christen gehören (können), davon gibt es auch reichlich und jede kann etliche Kirchengebäude haben. Manche nennen sich auch bloß xy-Gemeinde.
  3. Ein Begriff, den wir nicht so recht greifen können, denn davon gibt es nur eine Einzige. „Die Kirche Gottes oder die Kirche Jesu Christi“

Um das Gebäude kümmern wir uns jetzt nicht, denn unsere Frage richtet sich auf ein Gemisch aus Organisation und dem dahinter stehenden Begriff.

Im Alltag begegnet uns Kirche als Organisation meist in Form der Großkirchen, wir sprechen in Deutschland von der katholischen oder evangelischen Kirche. Und schon wird es noch komplizierter, denn es gibt weltweit nur eine römisch-katholische Kirche, aber allein in Deutschland ein rundes Dutzend evangelische Landeskirchen, die alle autark sind.

In der römischen Kirche kommen Organisation und Begriff einander sehr nahe, denn römisch-katholische Überzeugung und Lehre ist, dass es nur eine einzige Kirche geben kann, wobei laut oder leise geglaubt wird, dass diese mit der römisch-katholischen Kirche identisch ist, deren Haupt der Papst ist.

Und sehr oft habe ich den Eindruck, wenn von „Kirche“ geredet, oder über sie geschimpft wird, dass eben diese eine Kirche und ihr Papst gemeint wird.

Was aber ist das für ein ungreifbarer Begriff?

Darüber sind sich die verschiedenen Organisationen selbst nicht ganz einig.

Κυριακη, die griechische Wurzel unseres Wortes Kirche bedeutet die dem Herrn Gehörende, εκκλεσια, das waren die Herausgerufenen, die das Leben am Ort bestimmen konnten. Das hebräische Wort ist einfach Versammlung.

Und wer sind „WIR“?

Ehrlich gesagt, je länger ich damit arbeite, um so mehr tut die Frage mir weh. So als würden wir von der völlig falschen Seite herangehen. Als würden die Kinder im Spielzimmer Geschichten ausdenken, wie es wäre, wenn es die Eltern nicht gäbe. Eltern können auch völlig unmöglich sein, aber ich bin nun einmal von konkreten Eltern geboren, also muss ich meinen Weg suchen, damit umzugehen.

Was aber ist unsere Frage heute?

Zwei grundverschiedene Blickrichtungen stehen vor mir:

  • Wenn die Kirche so viel Mist gebaut hat und sich um die aktuellen Fragen so erbärmlich herumdrückt, wäre die Welt da nicht besser, wenn es diese Organisationen gar nicht gäbe?
  • Kann ich nicht an Gott glauben und Jesus nachfolgen ohne diesen ganzen Überbau von Kirche, einfach für mich allein? Wozu brauche ich andere Christen?

Da kommen jede Menge praktische Themen ins Spiel, an denen wir uns aber jetzt nicht aufhalten können.

Brauchen wir KIRCHE?

Gretchenfrage

„Nun sag’, wie hast du’s mit der Religion?
Du bist ein herzlich guter Mann,
Allein ich glaub’, du hältst nicht viel davon.“

Würden wir heute sagen, wie hast du’s mit der Kirche?
Oder ist die eigentliche Frage, wie hast du es mit GOTT?

Persönliche Geschichte

Als ich die Bruderschaft kennen gelernt habe, war ich total fasziniert von diesem Leben und erzählte meinen Eltern davon, die erst mal völlig entgeistert reagierten, und in meinem Herzen ging etwas zu, das Wort Bruder wurde ein `no go´ für mich. Gott ja, Bruder nein. Fast neun Monate war ich völlig blockiert und wollte mit Gott gehen, aber nicht als Bruder, obwohl mein Herz eigentlich Bruder sein wollte. Schließlich hat Gott es mit mir doch geschafft, meine Barriere zu durchbrechen

Festgelegt und fertig?
Sind wir so gewöhnt, Gott auszuklammern, dass Er gar nicht zu uns durchkommen kann?

Postmoderne Kultur

Gott ist kein Thema, wir brauchen Ihn nicht, wir schaffen das auch ohne Gott. Brauchen wir Gott? Brauchen wir Kirche? Ist das die eigentliche Frage?

Über Kirche können wir diskutieren, die wissen ja selber nicht, wie sie sich über den Begriff einigen sollen.

Heinrich Faust hat nie ehrlich auf die Gretchenfrage geantwortet.
Sind wir bereit, die Frage nach Gott zu stellen?
Sind wir bereit, uns der Frage Gottes zu stellen?

In der Botschaft der jüdischen und christlichen Bibel ist von vornherein klar: der Handelnde ist Gott. Die ersten sieben Worte lassen mich nicht los: „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde“.

Und die erste Frage in der Bibel ist nicht die Frage von Menschen nach Gott, sondern Gott selbst fragt uns: „Mensch, wo bist du?“

Wenn wir von uns ausgehen und nach Gott fragen, kommen die vielen Religionen ins Spiel. Wie bei den vielen Kirch-Gebäuden und Kirchen-Organisationen – welche ist jetzt die Richtige?

Darf Gott mich fragen?

Wenn wir aber zulassen, dass Gott uns fragen darf, dann geht es nicht mehr um Religion oder Kirche, dann stehe ich selber dem gegenüber, der mich geschaffen hat, dem ich gehöre, ob ich will oder nicht.

Ich erlebe eine ungeheure Freiheit. Nichts zwingt mich, die Herrschaft Gottes anzuerkennen. Ich kann und darf mich hier auf Erden einrichten, wie es mir gefällt. Menschen können meine Freiheit einschränken – Gott tut es nicht!

Und trotzdem bin ich Sein Eigentum – Er wartet nur darauf, dass ich es anerkenne und sein möchte.

Und weil die Entscheidung für uns zu abstrakt sein könnte, hat Gott einen unvorstellbaren Weg beschritten: Er wurde selbst Mensch in Jesus, dem Messias.

Wir können über Jesus reden als großen Lehrer und wunderbaren Menschen, aber das genügt nicht. Jesus ist geboren, um uns mit Gott, dem Vater zu verbinden. Er wurde nicht verstanden, er hat „zu viel durcheinandergebracht“ in der Religion seiner Zeit. Darum wurde er umgebracht – aber Er ist auferstanden und lebt!

Ja, Jesus hat Seine Kirche oder Gemeinde selbst gebaut und auf Petrus, dem Felsen gegründet. Das ist Die Kirche – nicht mehr als Begriff, sondern als lebendige Realität, wenn auch als Ganzes unsichtbar für uns Menschen.

Kirche als der Ort, wo wir Gott begegnen und zu Ihm gehören können.

Kirche als Gemeinschaft derer, die sich von Gott ansprechen lassen, ist etwas anderes als eine Religionsgemeinschaft, die über Gott nachdenkt. Miteinander leben und leiden wir.

Die Organisation mit ihren Schwächen und Schäden könnte vielleicht wegfallen, aber die Gemeinschaft derer, die Gott suchen, die brauchen wir. Denn dann muss keiner alles können und keiner ist nutzlos. Der jüdische und christliche Weg durchs Leben ist ein Weg in Gemeinschaft und gegenseitiger Verbundenheit und sollte so sein wie in einer gesunden Familie, die sich nicht nur gelegentlich begegnet.

Zur Organisation einer bestimmten Kirche kann ich durch Taufe und Eintritt gehören, zur Kirche Gottes gehöre ich, wenn ich das neue Leben von Gott selbst annehme und lerne, Jesus nachzufolgen. Damit gehöre ich dann auch zur Gemeinschaft all derer, die den selben Weg gehen wollen.

Und weil das zwei so völlig verschiedene Welten sind, die Kirche und die andern, darum bedeutet der Eintritt in die Kirche Gottes durch Jesus Christus eine neue Geburt. Es bedeutet eine völlige Umkehr unseres Denkens, wenn wir anerkennen, dass nicht wir zuerst nach Gott gefragt haben, sondern Er nach uns.

In der Physik gibt es die verschiedenen Systeme oder Denkräume. Was hier auf der Erde nach den Newton’schen Gesetzen funktioniert, lässt sich nicht eins zu eins auf die Dimensionen des Weltalls übertragen. So funktioniert auch unser Denken über Gott zwar im Wohnzimmer, aber im realen Leben geht es um wirkliche Beziehung und Begegnung mit Ihm.

Erst wenn die Frage Gottes geklärt ist, stellt sich uns die Frage nach Kirche:

  • Will ich mir weiterhin meine Gedanken über Gott machen,
    oder höre ich in mir die leise Frage Gottes: „Mensch, wo bist du?“
  • Möchte ich meine wissenschaftliche Karriere möglichst ungestört von Gott absolvieren?
  • Wage ich es, mit anderen Gemeinschaft zu haben, auch wenn sie „so anders sind“?

Erfülltes Leben – 10′ Impuls

Was ist erfülltes Leben? Da fällt mir ein, wie es in der Lutherbibel hieß: „Er starb alt und lebenssatt“. So heißt es von Abraham, Isaak und Hiob. Aber deren Leben war alles andere als einfach.

  • Abraham war lebenslang Migrant,
  • Isaak wurde vom eigenen Vater an den Rand des Todes geführt,
  • Hiob hat an einem Tag allen Besitz und alle Kinder verloren.

Unser Leben kann nur erfüllt sein, wenn es mit wahrem Leben gefüllt ist. Jesus sagte an zwei verschiedenen Stellen: Ich bin das Leben :

Ich bin der Weg,
die Wahrheit und das Leben.

Ich bin die Auferstehung
und das Leben.

Johannes 14,6 und 11,25

Jesus ist in Wahrheit das Leben in allem, was lebt. Egal, was ihr tun werdet – nur Jesus kann die Erfüllung sein.

Aber vergesst nicht: Jesus ist wie das Meer und euer Leben nur wie ein winziger Becher – als Einzelner könnt ihr nie die Fülle Jesu fassen! Alle anderen neben euch können genauso von Jesus erfüllt sein, wie ihr und doch sieht es bei ihnen anders aus.

Und Jesus ist nicht nur ein frommer Gedanke. Wie Jesus Mensch wird und sich die Hände schmutzig gemacht hat, so wird auch euch Sein Leben in euch dazu treiben, Mensch zu sein mit denen, die zu euch gehören.

Erfülltes Leben ist Leben mit und in Jesus mitten im Trubel des Alltags.

Wenn du mit Jesus im Alltag lebst, wirst du vieles nicht haben, aber dein Becher ist voll bis zum Rand, oder wie Psalm 23 es nennt „mein Becher läuft über“

Das ist kein theoretischer Becher, hier geht es nicht um schöne geistliche Erfahrungen sondern um handfeste Lebensarbeit. Denn zur Nachfolge Jesu gehört die Bereitschaft, Schwierigkeiten nicht aus dem Weg zu gehen, sondern sie mutig anzupacken.

“Armut und Reichtum gib mir bitte nicht!
Lass mich das Brot, das ich brauche, genießen”

Sprüche 30, 8, NeÜ

Das heißt auch, das trockene Brot zu genießen anstatt der Marmelade nachzuweinen, die nicht drauf ist.

Wann sind wir glücklicher, wenn wir abends bei einer Party eine gute Zeit haben oder wenn es uns nach langem Training endlich gelungen ist, einen hohen Berg zu bezwingen?

Glücksmomente sind immer relativ kurz, aber sie haben zu tun mit dem, was wir für sie investieren. Und wie lange hält die Erfüllung/Beglückung an? Paulus schreibt nicht umsonst an seine Schüler Timotheus:

“Kämpfe den guten Kampf des Glaubens, ergreife das ewige Leben, zu welchem du berufen bist und worüber du das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen abgelegt hast.”

1. Timotheus 6, 12, Schlachter
Du bist ein Gott, der mich sieht

zur Jahreslosung 2023

Du bist ein Gott, der mich sieht 1. Mose 16,13

Beim Jahresabschluss in der Mutterhauskapelle auf Kanaan wurde ich gebeten, einen Impuls zur Jahreslosung für 2023 zu geben. Der Text entstand in der Vorbereitung, die eigentliche Aufnahme ist am Schluss.

Ein junge Frau, allein und ohne Job, ohne Heim und auf der Flucht, schwanger und in der Wüste.

Wie kam es dazu?

Sie war die Magd bei einem Ehepaar, das schon lange mit unerfülltem Kinderwunsch lebte. Irgendwann kam die Herrin auf eine Idee – Leihmutterschaft oder Kind auf Bestellung zur Adoption. Irgendwie muss es doch klappen mit einer Familie. So wurde die Magd schwanger von ihrem Herrn, aber ihr Kind sollte als das der Herrin gelten.

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Weihnachtsgedanken 2022

Bethlehemgrotte auf Kanaan

“Darin ist die Liebe Gottes an uns offenbar geworden,
dass Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben.”

1.Johannes 4,9 (Menge)

“… Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt,
der bleibt in Gott und Gott in ihm.”

1.Johannes 4,16 (Schlachter)

Jesus ist die vollkommene Offenbarung der Liebe Gottes! Aber warum hat es so lange gedauert, bis Gott Seine Liebe klar und deutlich zeigen konnte? Erst sehr spät wird in der Bibel wörtlich ausgedrückt, dass Gott Liebe ist? Gehört nicht zu den Grundbegriffen unseres Glaubens:
Gott ist die Liebe?“

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“GroßGedacht”

Allein dieser Titel hatte mich angesprochen, als die Einladung von Campus-Connect kam, bei ihrem Gottesdienst zu sprechen.

Wie groß kann man eigentlich denken? Gibt es dafür eine Grenze? – Meistens oder normalerweise sehen wir Menschen nur mit unseren eigenen Augen und aus unserer begrenzten Perspektive. Was würde geschehen, wenn wir anfingen, das Größtmögliche in unser Denken einzubeziehen – GOTT?

“GroßGedacht” weiterlesen
Grossgedacht von Campus Connect DA, siehe https://darmstadt.campus-connect.de/grossgedacht-08-12-2022/

Warum Beten?

Eingeladen, beim Großgedacht-Gottesdienst von Campus Connect Darmstadt zu sprechen, stelle ich hier so einige der Fragen und Gedanken ein, die ich in der Vorbereitung gesammelt habe. Passend zum Semesterthema: „Wieso? Weshalb? Warum?“ stelle ich nun meinerseits erst einmal …

Fragen über Fragen

… zumal Fragen uns immer weiterbringen. Wer aufhört zu fragen, bleibt stehen.

  • Warum Beten? — Warum seid ihr hier? Wollt ihr beten? Habt ihr ein schlechtes Gewissen, weil ihr ‚zu wenig betet‘?
  • Wollt ihr es wissen? Oder fragt ihr nach dem Tun?
  • Und was ist das für ein seltsames Gefühl da innen drin, dass da jemand ist, mit dem man eigentlich reden sollte? Muss ich das? Oder könnte das schwierig werden? Was wenn der mir Dinge sagt, die ich nicht gern hören will?
  • Muss man beten? Wie lange? Wie? Wie oft? Was darf ich beten?
  • Hat der Mensch etwa ein natürliches Bedürfnis zu beten? Zu wem denn?
  • Was hat Beten mit Gott zu tun? Braucht Er das?
  • Nach wem schreit der Mensch in Panik und größter Not?
  • Was steckt da in uns, dass wir uns Gedanken machen über Gebet?
  • Auf was muss ich aufpassen beim Beten?
  • Warum tut Gott nicht von selbst das Gute?
    Müssen wir erst darum bitten?

Beten hat mit Gott zu tun. Kennt ihr Ihn? – Wollt ihr Ihn kennen lernen? Dann ist der beste Weg, mit Ihm selbst zu reden!

Auch wer Gott noch nicht kennt, kann einfach anfangen mit Ihm zu reden, und wird Ihn dann kennenlernen.

Gedanken zum Thema

Beten hat nur dann einen Sinn, wenn da jemand ist, zu dem ich beten kann.

Beten ist Gespräch — dabei ist offen, wieviel ich rede
und wieviel ich zu hören bekomme.

Einige meiner Lieblingsstellen über Gebet:

“Noch eh das Wort auf meine Zunge kommt, / hast du es schon gehört, Jahwe.” (Ps 139,4, Neue Evangelistische Übersetzung)

“Dafür, daß ich sie liebe, sind sie mir feind; ich bin Gebet.” (So die direkte Wiedergabe des Hebräischen Textes von Psalm 109,4)

“Alles was ihr bittet und erfleht, glaubt, dass ihr es empfangen habt und es gehört euch!” Markus 11,24 Bitten, Flehen und Glauben stehen hier im Präsenz, das heißt, das sind dauernde Tätigkeiten, empfangen dagegen ist als einmalig bereits vollendete Tatsache Gegenstand des Glaubens! Bei Gott ist das schon Tatsache.

Unerhörtes Gebet

“Ja, ich habe außerordentliche Offenbarungen gehabt. Damit ich mir darauf aber nichts einbilde, hat Gott mir einen Dorn ins Fleisch gedrückt. Ein Engel Satans darf mich mit Fäusten schlagen, damit ich nicht überheblich werde. Dreimal habe ich den Herrn angefleht, mich davon zu befreien. Doch er sagte zu mir: „Meine Gnade muss dir genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ Jetzt bin ich sogar stolz auf meine Schwachheit, weil so die Kraft von Christus auf mir ruht.” (2.Korinther 12,7-9) Um was Paulus hier gebetet hat, wissen wir nicht, aber offensichtlich war es besser für ihn, dass Gott dies Gebet nicht „er“-hörte.

Gott hört alle Gebete – und in beiden Urtextsprachen ist Hören und Erhören meist nicht klar zu unterscheiden. Auch für uns kann es heilsamer sein, wenn wir am einen oder anderen Punkt keine Erhörung erfahren, weil wir dann immer neu darüber ins Gebet getrieben werden, und immer neu JA sagen müssen zu dem, was uns schwer ist.

Aber es gibt auch die erschütternden Stellen bei Jeremia, wo Gott klar macht: Hier kannst du dein Beten bleiben lassen!

“Du aber sollst für dieses Volk keine Fürbitte einlegen, nicht flehen und für sie beten und nicht in mich dringen; denn ich werde dich keineswegs erhören!” (Jeremia 7,16)

“Und der HERR sprach zu mir: Selbst wenn Mose und Samuel vor mich hinträten, so wollte ich doch mein Herz diesem Volk nicht zuwenden. Treibe sie hinweg von meinem Angesicht, sie sollen fortgehen!” (Jeremia 15,1)

Es ist durchaus vorstellbar, dass Gott uns auch in unserer Zeit wissen lässt, wenn in bestimmten Bereichen die Zeit der Gnade abgelaufen ist. Aber das ist ein ganz eigenes Thema!

Auf der anderen Seite steht die große Zusage Jesu: „Wird der Herr nicht auch seine Auserwählten erretten, die Tag und Nacht zu Ihm schreien?!“ Lukas 18,7

Übersicht meiner Bibelstellen zum Thema

zum Teil schon im Text enthalten. Die Links gehen leider noch ins Leere.

Verheißungen

Es ist wunderbar, dass in der Bibel so klare Verheißungen für das Gebet stehen. 

Joh 16:23-24 (Schlachter)  Und an jenem Tage werdet ihr mich gar nichts fragen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, was irgend ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, er wird es euch geben! 24. Bis jetzt habt ihr gar nichts in meinem Namen gebeten; bittet, so werdet ihr nehmen, auf daß eure Freude völlig werde!

Mat 21:21-22 (Schlachter)   Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, so werdet ihr nicht nur tun, was mit dem Feigenbaum geschah, sondern auch, wenn ihr zu diesem Berge sagt: Hebe dich und wirf dich ins Meer! so wird es geschehen. 22. Und alles, was ihr gläubig erbittet im Gebet, werdet ihr empfangen.

Mar 11:24 (Schlachter)   Darum sage ich euch: Alles, was ihr im Gebet verlangt, glaubet, daß ihr es empfangen habt, so wird es euch zuteil werden!
Beten, Verlangen, Glauben stehen hier im Präsenz als andauerndes Tun, aber wir dürfen Glauben, dass wir es schon empfangen haben als vollendete Tatsache! 

Auffallende Aussagen

Psa 139:4 (Schlachter)   ja es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht völlig wüßtest!
Auch wenn ich keine Worte zum Beten finde, kennt Gott trotzdem mein Sehnen. 

Psa 109:4 (Schlachter)   Dafür, daß ich sie liebe, sind sie mir feind; ich aber bete.
Wörtlich: Ich aber (bin) Gebet! – eine eigenartige Formulierung im Hebräischen. Beten ist keine Sache des Augenblicks, sondern eine Grundhaltung des Herzens. 

Psa 65:2 (Schlachter)  Du erhörst Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir!
Buber: Hörer du des Gebets, zu dir hin darf alles Fleisch kommen.

Aufforderungen 

1Th 5:17 (Schlachter)  Betet ohne Unterlaß!

1Ti 2:1 (Schlachter)  So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen Bitten, Gebete, Fürbitten und Danksagungen für alle Menschen darbringe,

Jak 4:2-3 (Schlachter)   Ihr seid begehrlich und habet nicht, ihr mordet und eifert und könnt es doch nicht erlangen; ihr streitet und krieget. 3. Ihr erlanget es nicht, weil ihr nicht bittet; ihr bittet und bekommt es nicht, weil ihr übel bittet, um es mit euren Wollüsten zu verzehren.

Grenzen des Gebets?

Ja, die Erhörung kann warten lassen, oder ganz ausbleiben, trotzdem hat Gott jedes Gebet gehört. Es kann für uns auch gut sein, dass wir immer neu beten müssen in unserer Schwachheit. 

Luk 18:7 (Schlachter)   Sollte aber Gott nicht seinen Auserwählten Recht schaffen, die Tag und Nacht zu ihm rufen, wenn er sie auch lange warten läßt?

2Cor 12:7-10 (Schlachter)   Und damit ich mich der außerordentlichen Offenbarungen nicht überhebe, wurde mir ein Pfahl fürs Fleisch gegeben, ein Engel Satans, daß er mich mit Fäusten schlage, damit ich mich nicht überhebe. 8. Seinetwegen habe ich dreimal den Herrn gebeten, daß er von mir ablassen möchte. 9. Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen! Darum will ich mich am liebsten vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft Christi bei mir wohne. 10. Darum habe ich Wohlgefallen an Schwachheiten, an Mißhandlungen, an Nöten, an Verfolgungen, an Ängsten um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.

Und es gibt Zeiten, in denen Gott die Türe zugemacht hat, weil alles nichts genützt hat. Doch steht auch nach diesen erschreckenden Worten, dass Gott Sein Volk nach 70 Jahren wieder zurück brachte und die Tür zum Beten wieder offen stand. 

Jer 7:16 (Schlachter)   Du aber sollst für dieses Volk keine Fürbitte einlegen, nicht flehen und für sie beten und nicht in mich dringen; denn ich werde dich keineswegs erhören!

Jer 15:1 (Schlachter)   Und der HERR sprach zu mir: Wenn gleich Mose und Samuel vor mir stünden, so wollte ich doch mein Herz diesem Volk nicht zuwenden. Treibe sie fort von meinem Angesicht, sie sollen gehen!

Gott kann antworten

Zum Abschluss noch ein ganz persönlicher Text von 2014, als ich nicht wusste, wie ich beten könnte, und es dann doch versuchte und eine besondere Antwort vom Vater bekam.

Doch dieser Text steht unter dem Datum seiner Entstehung: „Mein Beten – ohne Worte“

Glauben an Gott oder an Geglaubtes

Glauben gehört zu den Fundamenten des Lebens. Ohne Glauben würden wir verrückt von Sorgen und Ängsten. Wir müssen glauben, dass die Dinge sich so verhalten, wie wir es erwarten, dass der Boden unter unseren Füßen uns trägt und nicht plötzlich nachgibt. Ohne diesen Glauben im Alltag wäre jeder Schritt im Leben eine Qual und voller Gefahr. Wir glauben an die Beständigkeit der Dinge und Vorgänge, die uns umgeben.

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