Wie in den vergangenen Jahren hat der Ökumenische Arbeitskreis Eberstadt auch in diesem Jahr eingeladen zum Feiern am Samstag vor dem 3. Advent auf drei öffentlichen Plätzen. Um 16 Uhr war es noch hell und der Platz bot wenig weihnachtliche Stimmung, doch um 17 Uhr auf dem Markplatz mit dem großen Tannenbaum voller Lichter und etlichen Kindern, fühlte es sich schon viel weihnächtlicher an. Aber ist es das, worauf es an Weihnachten ankommt? Vielleicht hat die Kurzbotschaft nach der Weihnachtsgeschichte aus Lukas 2 geholfen?
Was ist erfülltes Leben? Da fällt mir ein, wie es in der Lutherbibel hieß: „Er starb alt und lebenssatt“. So heißt es von Abraham, Isaak und Hiob. Aber deren Leben war alles andere als einfach.
Abraham war lebenslang Migrant,
Isaak wurde vom eigenen Vater an den Rand des Todes geführt,
Hiob hat an einem Tag allen Besitz und alle Kinder verloren.
Unser Leben kann nur erfüllt sein, wenn es mit wahrem Leben gefüllt ist. Jesus sagte an zwei verschiedenen Stellen: Ich bin das Leben :
Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Johannes 14,6 und 11,25
Jesus ist in Wahrheit das Leben in allem, was lebt. Egal, was ihr tun werdet – nur Jesus kann die Erfüllung sein.
Aber vergesst nicht: Jesus ist wie das Meer und euer Leben nur wie ein winziger Becher – als Einzelner könnt ihr nie die Fülle Jesu fassen! Alle anderen neben euch können genauso von Jesus erfüllt sein, wie ihr und doch sieht es bei ihnen anders aus.
Und Jesus ist nicht nur ein frommer Gedanke. Wie Jesus Mensch wird und sich die Hände schmutzig gemacht hat, so wird auch euch Sein Leben in euch dazu treiben, Mensch zu sein mit denen, die zu euch gehören.
Erfülltes Leben ist Leben mit und in Jesus mitten im Trubel des Alltags.
Wenn du mit Jesus im Alltag lebst, wirst du vieles nicht haben, aber dein Becher ist voll bis zum Rand, oder wie Psalm 23 es nennt „mein Becher läuft über“
Das ist kein theoretischer Becher, hier geht es nicht um schöne geistliche Erfahrungen sondern um handfeste Lebensarbeit. Denn zur Nachfolge Jesu gehört die Bereitschaft, Schwierigkeiten nicht aus dem Weg zu gehen, sondern sie mutig anzupacken.
“Armut und Reichtum gib mir bitte nicht! Lass mich das Brot, das ich brauche, genießen”
Sprüche 30, 8, NeÜ
Das heißt auch, das trockene Brot zu genießen anstatt der Marmelade nachzuweinen, die nicht drauf ist.
Wann sind wir glücklicher, wenn wir abends bei einer Party eine gute Zeit haben oder wenn es uns nach langem Training endlich gelungen ist, einen hohen Berg zu bezwingen?
Glücksmomente sind immer relativ kurz, aber sie haben zu tun mit dem, was wir für sie investieren. Und wie lange hält die Erfüllung/Beglückung an? Paulus schreibt nicht umsonst an seine Schüler Timotheus:
“Kämpfe den guten Kampf des Glaubens, ergreife das ewige Leben, zu welchem du berufen bist und worüber du das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen abgelegt hast.”
Beim Jahresabschluss in der Mutterhauskapelle auf Kanaan wurde ich gebeten, einen Impuls zur Jahreslosung für 2023 zu geben. Der Text entstand in der Vorbereitung, die eigentliche Aufnahme ist am Schluss.
Ein junge Frau, allein und ohne Job, ohne Heim und auf der Flucht, schwanger und in der Wüste.
Wie kam es dazu?
Sie war die Magd bei einem Ehepaar, das schon lange mit unerfülltem Kinderwunsch lebte. Irgendwann kam die Herrin auf eine Idee – Leihmutterschaft oder Kind auf Bestellung zur Adoption. Irgendwie muss es doch klappen mit einer Familie. So wurde die Magd schwanger von ihrem Herrn, aber ihr Kind sollte als das der Herrin gelten.
Eine Predigt über Markus 2,1-12. Vier Freunde bringen einen Gelähmten zu Jesus. Sie müssen das Dach aufdecken, damit sie ihn wirklich vor Jesu Füße legen können. Und Jesus sagt: „Dir sind deine Sünden vergeben!“ Weil die Frommen sich innerlich darüber empören, spricht Jesus auch noch das heilende Gebot aus und der Gelähmte steht auf.
Was mag der Text für uns heute an Zuspruch und Ermutigung bringen?
Warum gibt es überhaupt das Doppelgebot? Wozu gibt Gott das Gebot der Nächstenliebe, wenn Er doch unsere Liebe ganz allein haben möchte? Er möchte nicht tun, was wir tun können. – wir brauchen einander zum Lernen der Liebe. Warum ist es so wichtig, diese beiden Seiten zu sehen? Weil ich nur am Nächsten lernen und üben kann, wie Liebe funktioniert.