Gott ist nur noch ein Denkbegriff für viele, ja die meisten, nicht mehr der Schöpfer, der uns rief, wir wollen es uns leisten, dass wir die Welt ganz ohne Ihn, ganz ohne Seine Liebe, und damit völlig ohne Sinn, zu denken uns belieben. Wer aber sind wir? Und woher kommt unser Sein? Ganz von allein? Ist das des Lebens Wesen? Seh'n wir nicht Ihn, sieht uns nicht Er in dunkler Nacht fern Seiner Macht wir könnten nur verwesen! Doch nun ist Gott, ganz ohne Not, nicht mehr zu hinterfragen, und wir sind auch – sind wir in Gott, dann läßt sich alles tragen. Wenn Er uns trägt, wenn Er uns schuf, sind wir in Ihm geborgen. Wir sehn nicht weit, nur unsre Zeit, Sein ist wie heut das Morgen. Wie weit ich reich, erfahr zugleich – nicht mehr als Armes Länge. Doch Er ist da, ist jedem nah, sprengt alles Denkens Enge. Welch Unterschied, welch große Lieb, Gott ist, uns zu begegnen. Wir sind auf Ihn hin, das ist Sinn, Er kommt, um nur zu segnen. Und das Geschöpf, der arme Tropf, verschließt vor Ihm die Augen. Es lebt in Ihm und kommt von Ihm, und will es doch nicht glauben. Was soll Er tun? Er kann nicht ruhn, Sein Herz hat Ihn getrieben, sind wir auch blind und doch Sein Kind, Er sucht, dass wir Ihn lieben. So kommt Er her, ganz ohne Ehr, sieht aus wie wir aussehen, und kündet uns des Vaters Gunst, in Ihm wir Gott nun sehen. Gott ist im Leib, und dennoch bleibt, dass wir nur glaubend sehen, Er sieht uns an und wartet dann, bis wir die Augen heben. Wir sehn Ihn an, verstehen dann, in Ihm sind Anfang, Ende. Er ist allein all unser Sein, wir sind in Seinen Händen. 17.12.2007
Letzte Änderung: 9. Oktober 2022